Deutlicher Sieg gegen Lauchhammer wahrt Playoff-Chance

Oranienburger BV – BG Lauchhammer 94:48 (49:33)

 

Der Prolog: Nach dem hochumkämpften Erfolg in der Vorwoche gegen die Havel Towers galt es für den Oranienburger BV nun gegen die Gäste aus Lauchhammer nachzulegen, um weiterhin die Chance auf die Playoffs zu wahren. Gegen den Tabellenzweiten (9 Siege/ 3 Niederlagen) erwartete man erneut ein hartes Duell und ein enges Spiel – das es letztlich anders kam, lag dann vor allem an den Niederlausitzern. Die Gäste mussten nämlich gleich auf mehrere Schlüsselspieler verzichten, sodass der OBV nominell (da personell in Bestbesetzung) als klarer Favorit in die Partie ging.  

 

Das Spiel: Die Gäste aus dem Süden Brandenburgs spielen bisher fraglos eine beeindruckende Saison, konnten viele knappe Duelle für sich entscheiden (unter anderem auch gegen Tabellenführer Potsdam) und dabei insbesondere mit ihrer Variabilität im Angriff überzeugen. Mit dieser Einstellung und Selbstsicherheit agierten sie – trotz des Fehlens wichtiger Leistungsträger – auch im Spiel gegen den OBV. Letzterem gelang es trotz guten Starts in die Partie nämlich nicht in der Defense mit der nötigen Aggressivität gegen den Ball die Aktionen von Lauchhammer zu stoppen. Das 1. Viertel endete dementsprechend nur knapp für die Oranienburger (22:20). In der kurzen Viertelpause thematisierte man diese fehlende Kommunikation und Einstellung in der Verteidigung. Deutlich präsenter ging es dann in den 2. Spielabschnitt. Man stand nun stabiler an den Gegenspielern und konnte zudem gegen die teilweise sehr langsame Umschaltbewegung der Gäste die eigenen Ballgewinne vermehrt in einfache Fastbreak-Punkte ummünzen. Lauchhammer gelang fast fünf Minuten lang kein einziger Korb, sodass der OBV dank eines 14-0-Laufs auf 36:22 davonzog. Danach fingen sich die Gäste zwar wieder etwas, konnten den Rückstand aber nicht verkürzen. Ein Buzzer-Beater (Wurf mit Ablauf der Spielzeit) von N. Seewald markierte dann den deutlichen 49:33-Halbzeitstand.

 

Die Anzeichen mehrten sich bereits in diesem Spielabschnitt, dass die Gäste, trotz guten Beginns, an diesem Tage nicht in der Lage sein würden auf die spielerische und insbesondere konditionelle Wucht der Oranienburger adäquat antworten zu können. 

 

Die 2. Halbzeit sollte dies dann eindeutig aufzeigen. 

 

In den ersten knapp sechs Minuten des 3. Viertels blieben die Gäste erneut punktlos, während Oranienburg immer einfacher zu Punkten kam. Nach dem zwischenzeitlichen 61:33 war das Spiel faktisch entschieden. Lauchhammer kam kaum noch zu herausgespielten Korbaktionen. Lediglich Gästespieler R. Herrmann (am Ende 15 Punkte) zeigte noch etwas Gegenwehr, konnte die fehlende Frische und Agilität seines Teams aber nicht kompensieren. So wuchs der Vorsprung bis Viertelende auf 77:42. Der abschließende Spielabschnitt war dann auf beiden Seiten nur noch selten strukturiert. Lediglich Flügelspieler Z. Owczarek sorgte mit einigen sehenswerten Pässen noch für ein paar  Highlights in einem ansonsten schwachen Viertel.

 

Die von den Fans geforderte 100 Punkte-Marke ließ der OBV indes unberührt, dafür fehlte es, trotz der gezeigten offensiven Verve von Z. Owczarek, insgesamt schlicht an der notwendigen Einstellung. Nichtsdestotrotz steht unter dem Strich ein deutlicher 94:48-Erfolg, gegen allerdings an diesem Tag fraglos schwache Gäste.  

 

Das Fazit: Der OBV zeigte in diesem Spiel mal wieder viele gute Seiten, konnte insbesondere im Angriff auf die eigene Variabilität vertrauen, offenbarte jedoch auch (mal wieder) die Schwächen, die bereits die gesamte Saison zu sehen waren. So stimmte die Einstellung nach Ballverlusten nicht immer, die Abstimmung in der Defense war oftmals nach zwei gegnerischen Pässen dahin und die Struktur im Set-Play teilweise fahrig. Allerdings ist eines eben auch von Woche zu Woche zu sehen: eine positive Entwicklung! Eine spielerische Entwicklung, die in der Rückrunde mit Siegen gepaart wurde. Daher hat man nun im abschließenden Spiel in Schwedt (27.01., 17 Uhr) tatsächlich die Chance unter die ersten vier Teams und damit in die Playoffs zu kommen. Es wäre der bis dato größte Erfolg eines Oranienburger Basketballteams. Ein eigener Sieg allein reicht jedoch nicht, wie ein Blick auf die noch ausstehenden Spiele und die Tabelle zeigt.

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14. Spieltag (27.01.):

Heimteam

Red Dragons Königs Wusterhausen 2

BG 94 Schwedt

SSV Lok Bernau 2

Havel Towers (Rathenow/Brandenburg)

 

 

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Gästeteam

USV Potsdam 2

Oranienburger BV

BG Lauchhammer 1950

BBC Cottbus 2

Tip-Off

12:00 Uhr

17:00 Uhr

17:00 Uhr

18:00 Uhr


 

 Die Playoff-Aussichten: Zwar bleibt der OBV dank des Sieges weiterhin auf Kurs, jedoch will es die Tabellensituation und Basketball-Arithmetik, dass man aus eigener Kraft den Sprung in die Playoffs nicht realisieren kann. Mit aktuell 7 Siegen und 6 Niederlagen steht man nämlich punktgleich mit den Teams aus Rathenow/Brandenburg und Königs Wusterhausen auf Platz 5. Und das obwohl man die direkten Duelle gegen die Konkurrenten für sich entschieden hat. Warum also nur Platz 5? Weil bei drei punktgleichen Teams der Dreiervergleich zählt und bei diesem hat Rathenow/Brandenburg aufgrund eines deutlichen 78:48-Sieges gegen Königs Wusterhausen die Nase vorn.

 

Oberliga-Tabelle (Auszug: Dreiervergleich)

Rang Verein Spiele W / L Punkte Dreiervergleich
4. Havel Towers 13 7 / 6 14 4 Punkte/ +24
5. Oranienburger BV 13 7 / 6 14 4 Punkte/  +5
6. WSG 81 Red Dragons II 13 7 / 6 14 4 Punkte/ -29

 

Was bedeutet das für die Oranienburger Playoff-Aussichten? Man selbst muss gegen den Tabellenvorletzten Schwedt unbedingt gewinnen und darauf hoffen, dass entweder Rathenow/Brandenburg das abschließende Spiel gegen Schlusslicht Cottbus verliert (unwahrscheinlich) oder dass Königs Wusterhausen gegen den Tabellenführer USV Potsdam patzt (möglich). Dann – aber eben nur dann – würde der Dreiervergleich wegfallen und die direkten Duelle ins Gewicht fallen. Hier hätte der OBV in beiden Fällen den Vorteil auf seiner Seite und damit einen Platz in den Playoffs.

 

Es wird also ein spannender letzter Spieltag!

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Stimmen zum Spiel:

Johannes Mebus (#15):

 

„Das Spiel gegen Lauchhammer war ein voller Erfolg. Ich bin sehr zufrieden, wie wir als Team gespielt haben. Ich persönlich bin zu Beginn überhaupt nicht ins Spiel gekommen und bin froh, dass der Rest der Mannschaft zur Halbzeit einen guten Vorsprung herausgearbeitet hat. In der zweiten Hälfte waren wir, auch dank der zahlreichen Zuschauer, hoch motiviert das Spiel endgültig für uns zu entscheiden. Ein tolles Spiel, ich bin froh, dass auch ich in der 2. Halbzeit meinen Teil dazu beitragen konnte.“

 

Fabian Fischer (Coach):

 

„Ich bin einfach nur glücklich. Wir haben weiterhin alle Chancen in die Playoffs zukommen, das war heute ganz klar das Ziel, dieses Spiel zu gewinnen und unseren Traum am Leben zu halten. Wir haben es über weite Strecken des Spiels geschafft auf die ersatzgeschwächten Gäste aus Lauchhammer Druck in der Defense auszuüben und sie so zu Fehlern zu zwingen. Dadurch konnten wir selbst oft schnell spielen und leichte Punkte erzielen. Ich bin unabhängig davon was nächstes Wochenende passiert sehr stolz auf mein Team. Wir haben eine starke Rückrunde gespielt, haben nur gegen den Tabellenführer verloren. Jetzt gilt es zu hoffen, dass Potsdam für uns spielt und wir am Samstag Schwedt schlagen.“

Statistiken zum Spiel:

Spieler Zeit FG 3er FW % Reb Ass TO BG BL PF Pkt
Daniil Goldstein 09:56 2 / 4 1 / 2 - - 1 - 1 1 - 1 5
Jens Runge 18:43 3 / 3 - - - 2 1 1 - - 1 6
Daniel Przygoda 17:52 4 / 7 0 / 2 - - 4 2 1 2 - 5 8
Niklas Seewald 23:02 4 / 6 3 / 5 - - 9 3 1 1 1 2 11
Jonas Goslicki 11:49 1 / 4 0 / 2 - - 2 - - - - 2 2
Patric Matejcek 20:52 2 / 7 0 / 1 2 / 3 66,7 6 5 - 1 2 4 6
Moritz Baierl 13:47 4 / 4 - - - - 3 2 - - - 2
Aron Coenen 24:22 5 / 7 - 4 / 6 66,7 8 2 2 - - 3 14
Zbigniew Owczarek 30:54 11 / 8 4 / 10 1 / 4 25,0 4 14 1 7 - 2 27
Johannes Mebus 28:43 5 / 10 0 / 1 3 / 5 60,0 3 3 5 3 - 2 13
TEAM   38 / 70 8 / 23 10 / 18 55,6 43 33 15 15 3 22 94

FG - Würfe aus dem Feld, FW - Freiwürfe, Reb - Rebounds, Ass - Assist, TO - Turnover, BG - Ballgewinn, BL - Block, PF - Persönliche Fouls, Pkt - Punkte

Video zum Spiel:



Daniel Przygoda, 22.01.2018